Dezember 2020

GASTRONOMEN UND IHRE NEUEN PROJEKTE

VIEL ZEIT GIBT VIEL GESCHMACK

ALTE MÜHLE AN DER LAUTER ERSTRAHLT IN NEUEM GLANZ

„Des hend älle guat na kriegt“, freut sich Klaus-Dieter Glocker über die „Alte Mühlenscheuer“ in Gomadingen. Das marode Gebäude in der Dorfmitte ist zu einem Schmuckstück geworden. Mehr als 20 Jahre verfiel die alte Mühle. Familie Glocker kaufte sie und erschließt damit nun ein neues Geschäftsfeld: „einen bäckerlastigen Mittagstisch“. Das Fachwerkhaus wurde saniert und zur Straße hin ein komplett verglaster Anbau für 60 Gäste erstellt. Die prachtvolle Auslage der Backwaren, ein kleiner Laden und die „Teigmacherei“, eine Lehrbackstube im ehemaligen Schweinestall, finden darin nun ihren Platz. Auf der Terrasse direkt an der Lauter können die Gäste die feinen Kuchen oder Snacks genießen.
Familie Glocker setzt auf regionale Zutaten und ist Gründungsmitglied der Erzeugergemeinschaft „Albkorn“. „Mit Teigruhen von drei bis 40 Stunden schöpfen wir das Qualitätspotenzial aller unserer Teige aus!“, so Simon Glocker, der den Betrieb in den nächsten Monaten übergeben bekommt. Die handwerkliche Backphilosophie trägt zum hohen Ansehen und vor allem zum leckeren Genuss der Backwaren, die auch mal als schmackhaftes Mitbringsel die Alb verlassen, bei.

www.baeckerei-glocker.de

PAULAS ALB - LIFESTYLE WIRTSHAUS

WILLKOMMEN IN DER BIERKULTURSTADT

„Man muss sich der Nachfrage anpassen“, sagt Jennifer Steudle, die Betriebsleiterin von Paulas Alb in Ehingen. Der große Saal im Hotel Adler war nicht mehr zeitgemäß und das Ehepaar Marc (25) und Jennifer (26) Steudle besannen sich auf ihre Familientradition, in der stets die Gemütlichkeit großgeschrieben wird. So entstand „Paulas Alb“ im urigen Almhüttenstil. Das echte Holz sorgt für Heimeligkeit und die modernen Elemente geben Paulas Alb den frechen Pfiff. Wirtshaus, trendige Bar und auch den „schönsten Tag im Leben“ oder andere Feierlichkeiten für bis zu 120 Personen meistern die Steudles gekonnt. Mit dem Umbau besann man sich auch auf die alte Brautraditon und braut nun wieder.
1899 braute der Goldene Adler das erste Weizenbier im Fass. „Damals haben wir das Bier an die Berg Brauerei geliefert“, schmunzelt Marc Steudle. „Heute bekommen wir wiederum viele leckere Biere aus Berg“. Ein Hefeweizen kommt nun aber aus dem Sudkessel der Brauerei „Goldener Adler“, die seit 2020 auch Mitglied in der Bierkulturstadt ist.

www.adlerehingen.de

FAMILIE BÜRKLE BLICKT IN DIE ZUKUNFT

GH1 - APARTHOTEL AM GLOCKENPLATZ

„Wir haben es gewagt“, sagt Marc Bürkle. „Weil wir auch für unsere Kinder eine Zukunftsperspektive schaffen wollten“, meint seine Frau Ann-Katrin. Das Ehepaar sorgt seit 2010 in der 1598 erbauten Ehinger Rose für das leibliche Wohl der Gäste und hatte die alte Gastwirtschaft Glocke immer in Sichtweite. Nun steht dort Bürkles neues Hotel GH1, das die älteste Tochter Hannah-Marie (21) als Betriebsleiterin führt. GH1 steht für die Straße Glockenplatz/Hauptstraße 1. 13 barrierefreie Apartments, jeweils mit
kleiner Küche, stehen klassisch für Touristen, für Familien oder Monteure auch für längere Aufenthalte zur Verfügung.
Es wird eine Eventküche geben, in der Küchenmeister Marc Bürkle Kochkurse für Kinder und Erwachsene anbieten wird. „Ich möchte mein Wissen weitergeben. Und zwar das Wissen über gute und bodenständige Küche. Natürlich sind da auch Gerichte mit dem leckeren Berg Bier dabei“, verrät er. „Die Berg Brauerei ist uns seit Jahrzehnten ein guter, treuer und verantwortungsvoller Geschäftspartner, der uns auch über die Corona-Zeit geholfen hat“, meint der Gastronom, dessen Kinder gastronomisch interessiert sind. „Wir freuen uns neben Restaurant, Hotel, Rosengarten und Rosenstadl auf die zusätzliche Aufgaben im GH1“, sagen die Bürkles unisono.

www.ehingerrose.de

WISSEN WO’S HERKOMMT!

BIO-FINE-DINING-RESTAURANT 1950 IN DER ROSE, EHESTETTEN

Im Jahr 1950 brachte Johannes Tress, der Großvater der Gebrüder Tress, den biologisch-dynamischen Anbau und die Idee der Nachhaltigkeit nach Hayingen-Ehestetten. Dieses Jahr wurde hier mit dem „1950“ das weltweit erste Demeter & Bioland Fine-Dining Restaurant mit CO2 - Menü eröffnet. „Das ist der Traum jeden Kochs“, sagt der Spitzenkoch Simon Tress, der in eine Familie hineingewachsen ist, in der schon immer nach handwerklicher Tradition und unter nachhaltigen Aspekten gearbeitet wurde. Und so kommen hier nur Zutaten aus einem Umkreis von 25 Kilometern auf den Tisch. Alle Tier- und Pflanzenteile werden verwertet, wie es schon zu Zeiten des Großvaters üblich war: Jedes Tier kommt von der Nase bis zum Schwanz auf den Tisch, ein Gemüse von der Wurzel bis zum Blatt. Reste werden stets weiterverarbeitet. Bei jedem Gericht erfährt der Gast sämtliche Zutaten, von der Hauptzutat bis zum Salz sowie deren Herkunft, inklusive der Angabe zum CO2-Ausstoß und wie viele Kilometer sie vom Erzeuger bis ins Restaurant hinter sich gebracht haben.
Dem Koch gucken die 12 Gäste direkt auf die Finger. Simon Tress führt das Restaurant vom Service bis zum Abspülen mit zwei weiteren KollegInnen und handelt nach dem Credo: „Die Welt kulinarisch ein Stück besser machen.“ Ein nachhaltiges 5-Gang-Menü, das beim Gast als Erlebnis nachhallt.

www.tress-gastronomie.de