Brot & Bier – Handwerk, das verbindet
30.10.2025
Ein besonderer Ausbildungstag: Azubis tauschen Handwerk
Brot und Bier – zwei Handwerke, die auf den ersten Blick verschieden wirken, aber denselben Ursprung teilen: das Korn
Beim Azubi-Tausch zwischen der Berg Brauerei in Ehingen-Berg und der Bäckerei Glocker in Gomadingen wurde genau das erlebbar. Die Brauer-Azubis Lukas und Cecile tauschten für einen Tag den Sudkessel gegen die Backstube, während Bäcker-Azubi Cedric und Konditorin-Azubi Michelle ins Sudhaus wechselten.
Was dabei sichtbar wurde: Ob Teig kneten oder Maische rühren – beides braucht Gefühl, Geduld und Leidenschaft für echtes Handwerk.
Während Cecile und Lukas bei Glocker Brote formten, Brezeln schlangen und den Duft frisch gebackener Laibe genossen, erlebten Michelle und Cedric in der Berg Brauerei, wie Malz geschrotet, Maische gerührt und Hefe von Hand abgeschöpft wird. Zwei Handwerke, die sich in ihren Abläufen unterscheiden – und doch denselben Ursprung haben: das Korn, die Zeit und das Gespür für den richtigen Moment.
Beim Kneten wie beim Maischen zeigt sich: Es sind dieselben natürlichen Prozesse, die Stärke in Zucker verwandeln und Geschmack entstehen lassen. Brot und Bier sind gewissermaßen Geschwister – sie leben von denselben Zutaten, von Ruhe und von der Leidenschaft, aus einfachen Rohstoffen etwas Besonderes zu schaffen.
Die Bäckerei Glocker steht seit 1955 für echtes Bäckerhandwerk auf der Schwäbischen Alb. Unter dem Motto „Onser Alb, onser Korn, mei Brot!“ backt Familie Glocker mit regionalem Albkorn-Mehl, das von 23 Landwirten auf der Reutlinger, Münsinger und Ehinger Alb angebaut und in der Mühle Luz im Lautertal gemahlen wird. Kein Fertigteig, keine Zusätze – stattdessen Holzofen, Handarbeit und viel Erfahrung.
Auch in der Berg Brauerei spielt Zeit eine zentrale Rolle: langsames Maischverfahren, offene Bottich-Gärung und natürliche Reifung. Was in der Backstube die Ruhezeit des Teigs ist, ist in der Brauerei die Geduld im Gärkeller.
Der gemeinsame Tag war für alle vier eine wertvolle Erfahrung. Der Perspektivwechsel zeigte, wie ähnlich sich beide Handwerke sind – und wie viel Stolz, Leidenschaft und Können in Brot und Bier stecken. Eine Begegnung, die bleibt – und beweist, dass Ausbildung mehr ist als Lernen: Sie lebt vom Mitmachen, Miterleben und vom Austausch auf Augenhöhe.